Hilfe mein Trockentauchanzug ist undicht – wie finde ich die Ursache

Mit einem Trockentauchanzug kommt früher oder später der Tag, an dem man nach einem Tauchgang stellenweise nass geworden ist. In vielen Fällen fängt dies ganz harmlos und kaum warnehmbar an und wird in diesem Stadium oft für Schweiß oder Schwitzwasser gehalten, was auch durchaus der Fall sein kann. Mit der Zeit werden die Leckagen i.d.R. zunehmend größer. Man spürt noch kein einströmendes Wasser, stellt beim Ausziehen aber immer größere nasse Stellen am Unterzieher und der Kleidung fest. Einige Ursachen kann man (ausdrücklich nur mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen gegen Unterkühlung und eine eventuelle Beeinträchtigung der Tarierung) leicht selbst herausfinden und abstellen, bei anderen sollte man sich an eine Fachwerkstatt wenden.

Die linke Schulter:

In sehr vielen Fällen ist dort der Übeltäter eine verschlissene Membran im Ablassventil bzw. Dump Valve. Dreht man während des Tauchgangs das Ventil komplett zu und öffnet es nur kurz im Bedarfsfall, sollte der Wasssereinbruch deutlich kleiner ausfallen oder die Schulter sogar troicken bleiben.  In selteneren Fällen kann auch das Gehäuse selbst einen Haarriss haben. In beiden Varianten ist der Austausch des kompletten Ventils die, aus meiner Sicht, bessere Variante. Zum einen kostet ein Wartungskit plus Arbeitszeit ähnlich viel oder sogar mehr, als ein neues Ventil. Zum anderen kann ein Haarriss schnell übersehen werden oder im Ventilkörper noch mehr verschlissen sein.

Feuchter bzw. nasser Nacken oder Brustbereich:

Hier kommen gleich mehrere Verursacher in Frage.

Der erste Griff sollte hier zum Einlassventil / Inflator Valve gehen. Ist es lose oder lässt es sich von Hand leicht lösen, ist der Fall einfach.

Ein generell gutes Hilfsmittel ist graue Kleidung aus Baumwolle, da sie sich bei Nässe sichtbar dunkel verfärbt und auch die Flussrichtung andeutet. Ist beispielsweise des Kragen des Shirts komplett nass und der Fleck zeigt in Richtung Körpermitte (Bild 1), wird der Fehler im Bereich der Manschette liegen .
Beginnt der nasse Fleck relativ mittig, auf der Brust und der Kragen ist weitestgehend trocken (Bild 2), hat die Verschraubung des Ventils oder die O-Ringe im Inneren nicht mehr dicht gehalten. Im Falle der O-Ringe empfehle ich ebenfalls einen Austausch des kompletten Ventils, weil ich selbst schon die Erfahrung gemacht habe, dass der Spuk nach wenigen Tauchgängen von vorne los gehen kann.
Ein beginnend undichter Reißverschluss kündigt sich tatsächlich oft ähnlich an, wie auf Bild 3 dargestellt. Oft sind es eher einer oder mehrere kleinere Flecke, die in Summe aber entlang des Reißverschlusses anreihen. 

 

Nasses Bein oder nasser Schritt:
Im Schrittbereich herrscht bei einem Trockentauchanzug viel Bewegung und Reibung und dadurch auch zu Verschleiß. Aufschluss bringt hier eine Druckprobe des Anzugs.
Ist ein Pinkelventil oder Pee-Valve verbaut, kann es sowohl im Bereich der Durchführung durch den Anzug, als auch innerlich undicht werden, was zur Folge hat, dass man dort nass wird, wo sich das Ende des Schlauchs während des Tauchgangs befand.
Grundsätzlich unterscheidet man bei Pee-Valves zwischen balancierten und unbalancierten. Bei einem unbalancierten wird es durch den Schlauch zwangsläufig nass, wenn man es bei einem Tauchgang nicht nutzt und vergisst das Ventil zu schließen. Bei einem balancierten Pee-Valve schafft eine Wartung sicher Abhilfe.