Jeder der bereits einige Zeit trocken taucht wird es kennen: die Manschetten fangen an sich klebrig anzufühlen oder haben sich seit der letzten Nutzung plötzlich in klebrigen Matsch verwandelt. Dieser Vorgang wird oft als Latexkrebs bezeichnet, weil er oft punktuell einsetzt und sich dann immer schneller ausbreitet.
Latex bzw. Gummi (Latex ist im Fachjargon die unvulkanisierte Rohmasse von Gummi) ist ein sehr weitmaschig vernetztes Material, das sich aus den verschiedensten chemischen Stoffen zusammensetzen kann. Werden diese chemischen Bindungen z.B. durch Alterungsprozesse oder Umwelteinflüsse zerstört, verliert das Netz zum einen zunehmend an Stabilität, zum anderen gehen die zerstörten Bindungen teilweise neue Verbindungen ein, die auf die umliegenden Bindungen schädlich wirken und so eine Kettenreaktion auslösen.
Die bekanntestens Übeltäter, die einer Gummi Manschette ziemlich schnell zusetzen können, sind Sonnenlicht, aber auch blankes Metall im direkten Kontakt mit der Manschette. Ebenso ist der Heizungskeller kein Ort für Komponenten aus Gummi.
Ein gewisser Schutzfaktor scheint von Talkum auszugehen. Regelmäßiges einpudern der Manschetten schützt nicht sie völlig vor dem Phänomen, zögert die Entstehung aber zumindest heraus.
Was tun, wenn die Manschette klebrig wird oder man Latexkrebs feststellt?
Fängt die Manschette an sich klebrig anzufühlen, kann man sie in vielen Fällen noch für wenige Tauchgänge benutzen, sollte aber den zeitnahen Austausch einplanen, weil sie zunehmend leichter reißt (beim Anrödeln oder auch im Wasser).
Zeigt sich der Latexkrebs in sehr kleinem Ausmaß, wie z.B. im Titelbild, kann man mit etwas Glück den Ring der Manschette herausschneiden. Wichtig ist dabei, dass die Manschette dann noch genügend Dichtfläche hat und vor allem nicht zu groß wird, wie es bei konischen Manschetten ganz schnell der Fall sein kann.

